Stuttgart
Erkundungen mit Arno Lederer, Stefan Behnisch, Tobias Wolf, Tobias Wallisser, Jörg Aldinger, Peter Conradi, Franz Pesch, Christoph Ingenhoven und Interviews mit Wolfgang Voigt
Stuttgart war schon immer eine interessante Stadt, die nicht aalglatt ist, mit dem wie sich Urbanität des 21.Jahrhunderts gestaltet. Der neue Band beginnt mit Widersprüchlichem und deckt Eigenheiten auf. Zeigt Visionen, die in der Stadt benötigt werden. Das bevorstehende Bauvorhaben des Stuttgarter Bahnhof ist nur ein gewaltiger Einschnitt von vielen im Ablauf des Stadtgeschehens.
Angefangen hat es nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshall-Plan zur Umgestaltung der kriegszerstörten Innenstadt. Autofreundlich sollte es sein, was bis heute das Stadtbild prägt. Durchschnittene Landschaften und Autobahnschleifen durchqueren den Kern. Eine Art Inselstatus führt Stuttgart, eingebettet in die hügelige Landschaft. Das gläserne Wohnhaus von Werner Sobeck ist etwas besonderes.
Die Stadt hat ihre Qualitäten: Aufbau und Vision ergänzen sich permanent. Eine Art Vibrieren und Flirren in der Hitze zeichnet sich aus, was mit der Landeshauptstadt in Baden Württemberg passiert. Nach 60 Jahren Unionspolitik geht es mit dem Grünen Ministerpräsidenten weiter. Das ist doch unfassbar fantastisch!
Der Germanist Paul de Man spricht über die "Tropen" bei Eduard Mörike, das ist die Fähigkeit eigenständige Welten zu erzeugen, die ähnlich einer Monade funktionieren und über einen unglaublich stabilen Aggregatzustand verfügen, dass einem Angst und Bange werden kann. 60 Jahre Befangenheit in Baden Württemberg sind schließlich kein Pappenstil.
Es gibt unglaublich fähige Leute im Land, die über einen großen Erfindungsreichtum verfügen. Manchmal auch zum Nachteil anderer, weil die spitzfindige Art der Württemberger eine Nummer besser sein will. Die Badenser werden außen vor gelassen. Der Schwarzwald wirkt unterrepräsentiert in der Landeshauptstadt, meint man. Insofern bilden Baden und Württemberg lediglich eine Fusion, was ein Produkt der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg ist. Aber was entschieden wurde, soll bleiben wie bisher.
Viele gute Taten für den grünen Landtag, damit der technische Forschritt auch in Zukunft viel an grüner Technologie produziert und mit gutem Vorbild vorangeht. Denn benzinbetrieben wird die Welt nicht besser.
Repräsentativ ist, was den Stuttgartern gehört und gegönnt sei. Das Widersprüchliche taucht regelmäßig wie aus dem Erdboden geschossen aus dem Gemüt der Einwohner auf. Als wären urzeitliche Dinosaurier erwacht, wie deren Versteinerungen die Innenwände im Foyer des Stuttgarter Landtag säumen. Als wollten sich diese auf und davon machen. Der fast bacchantische Weingenuß hat vielleicht bleibende Spuren hinterlassen beim Volk. Vielleicht besteht deshalb ein so starkes Bedürfnis nach permanenten Umwälzungen im Land. Der Alkohol fordert seinen Tribut. Das Ausmaß muß schon gewaltig sein.
Die S-Bahnen im Untergrund schließen die Türen und öffnen nicht mehr beim Versuch, die Lichtschranke in der Tür zu blockieren. Das klappt in Stuttgart einfach nicht!
Weissenhof-Siedlung und der Hauptbahnhof von Bonatz ergänzen sich auf einer Route der Architektur der 1920er Jahre. Trotzdem soll der Hauptbahnhof abgerissen werden. Der Denkmalschutz hat sich nicht bewehrt, die Planer haben sich rigoros durchgesetzt.
Sogar der Schloßplatz wird dem unterirdischen Bahnhof geopfert. Das wäre ein Sakrileg in anderen Residenzstädten. Schade ist es nur um die wertvollen Laubbäume im Schloßpark gewesen, weil diese abgerissen wurden. Eigentlich müßte es heißen, die gefällt wurden. Aber bei den Stuttgartern sitzt die Abrissbirne eben locker.
Eine Mischung aus Text und Bild, weniger technische Abbildungen beeindrucken im Inneren des Bandes. Durchaus kritisch werden Inhalte reflektiert, das ist selbstbewußt und aufgeklärt!
Beispielhaft werden einzelne Bauprojekte vorgestellt, wie die Stadtbibliothek am Mailänder Platz, ein Kubus mit vier gleichen Seiten wie auf dem Titelbild. Das Haus der Katholischen Kirche in der Königstraße kommt mit klassizistisch motivierten Anlehnungen vor.
Siehe auch: Paul Bonatz (1877-1956) Der Architekt des Stuttgarter Hauptbahnhof
Frankfurt School of Finance - Henning Larsen
Gleich zweimal wurde der erste Preis vergeben. Gewonnen haben der Architekt Henning Larsen aus Kopenhagen und Dominique Perrault Architecture aus Paris mit jeweils umfassenden Gebäudeentwürfen.
Harpa - Mies van der Rohe Award 2013
Harpa, the Reykjavik Concert Hall and Conference Centre in Iceland, is the winner of the 2013 European Union Prize for Contemporary Architecture.
Neuer Campus - School of Finance
Gleich zweimal wurde der erste Preis vergeben. Gewonnen haben der Architekt Henning Larsen aus Kopenhagen und Dominique Perrault Architecture aus Paris mit jeweils umfassenden Gebäudeentwürfen.
Welcher der bessere ist, darüber läßt sich streiten. Einen Vorzug erhielt Henning Larsen, der bei der Bekanntgabe als 1. Preis deklariert ist, während Dominique Perrault Architecture den 2. Platz erhält. Bei vielen Architekturwettbewerben bedeutet diese Zuweisung nicht sehr viel. Welcher Entwurf tatsächlich in die Realität umgesetzt werden soll, steht auch noch nicht fest. Fest steht dagegen: die frühere Oberfinanzdirektion (OFD) an der Adickesallee soll im Herbst 2013 zügig abgerissen werden. Ein Relikt der Vergangenheit, das mit seiner bunten Kachelfassade immer wieder Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Sie wird fehlen. Im April diesen Jahres soll noch entschieden werden, mit welchem Entwurf begonnen wird. Der großfenstrige Pavillon auf der Grünanlage zur Adickesallee soll erhalten bleiben, diese Auflage der Gebäudeerhaltung war schon in der Wettbewerbsaufgabe formuliert worden. Bis 2016 soll der Neubau nach Planung dann fertig gestellt sein.
Modellentwurf
Der Däne Henning Larsen hat auch das neue Spiegel Verlagshaus mit seiner großartigen Fensterfassade in der Hafen City in Hamburg erbaut. Schon bei der Ausschreibung des Architekturwettbewerbs in Frankfurt war mit Bedacht auf die Stadt, deren Stellung und das internationale Renommee von vornherein vorgesehen, nur Architekturbüros zum Wettbewerb zuzulassen, die schon über Erfahrung und international anerkannten Namen verfügen. Insgesamt sieben Bewerbungen gab es, wovon fünf zum Wettbewerb zugelassen wurden. Für vollständig eingereichte Bewerbungen gab es dann für jedes beteiligte Büro pauschal eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50.000 Euro. Die Höhe des Betrages sollte dazu anregen, einen möglichst umfassend ausgearbeiteten Entwurf vorzulegen.
Die verbalen Ausführungen der Juroren zur Entscheidung, für oder gegen einen der Wettbewerber, verlief am 05. März in den Räumlichkeiten der Frankfurt School of Finance & Management in der Sonnemannstraße 9-11. Außer den beiden Gewinnern waren Architekturbüros, wie Zadid Hadid Architects aus London, OAB Carlos & Borgia Ferrater aus Barcelona und Rem Koolhaas aus Rotterdam beteiligt.
Die Hervorhebung baulicher Vorzüge und Nachteile sind recht unterschiedlich beim Durchgang ausgefallen. Modell und Wandtafeln zu den Entwürfen der fünf Wettbewerber waren aufgebaut. Den Juroren ist die Auswahl nicht leicht gefallen, einen absoluten Favoriten gab es nicht. Das drückt sich auch in der Entscheidung aus, dass zwei Gewinner aus dem Wettbewerb hervorgegangen sind.
Lageplan: Gewinnerentwurf Henning Larsen
Neubau und Campus für die School of Frankfurt Finance & Management ist nach Ansicht von Prof. Udo Steffens notwendig geworden, um ein bestehendes Vakuum besonders der deutschen Manager auf internationaler aber auch auf europäischer Ebene aufzulösen. Dabei ist die repräsentative Sichtbarkeit der Gebäude in der Stadt hilfreich. Der Wettbewerb war mit zahlreichen Vorgaben versehen, so sollte eine Erinnerung an die baulichen Gegebenheiten erhalten bleiben. Zum einen geschieht dies über die Fassade, zum anderen über die Rechteckform des langgestreckten Verwaltungsbaues mit Frontseite zur Adickesallee. Auch das Höhenniveau des bisherigen Gebäudes sollte eingehalten werden.
Der neue Campus besteht genau genommen aus zwei Anlagen, Campus 1 und Campus 2, die organisatorisch miteinander verbunden sind, wie schon am Lageplan zu erkennen ist. Über die konkreten Baukosten wurde nicht viel gesagt. Es gab Unterschiede bei den Entwürfen in der Kostenfrage.
Weitere Infos: www.frankfurt-school.de/campus
See also: Harpa wins the European Union Prize for Contemporary Architecture - Mies van der Rohe Award 2013
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Pritzker architecture prize 2013 an Toyo Ito
Der Zweck des Pritzker Preises, der seit 1979 von dem verstorbenen Jay A. gegründet Pritzker und seiner Frau Cindy, jährlich zu Ehren eines lebenden Architekten vergeben wird, zeigt ein Werk in einer Kombination aus Talent, Vision und dem Engagement einen bedeutenden Beitrag zur gebauten Umwelt der Menschheit durch die Kunst der Architektur zu schaffen. Pritzker Preisträger erhalten 100.000 Dollar und eine Bronzemedaille.
Jury-Vorsitzender des Pritzker Preises, Lord Peter Palumbo erklärte zur diesjährigen Auswahl: "Im Laufe seiner Karriere konnte Toyo Ito ein Werk konzeptueller Innovation in hervorragend ausgeführten Gebäuden produzieren. Eine herausragende Architektur die seit mehr als 40 Jahren erfolgreich umgesetzt wurde. Dazu zählen Bibliotheken, Häuser, Parks, Theater, Geschäfte, Bürogebäude und Pavillons. Er hat beständig versucht die Möglichkeiten der Architektur zu erweitern und zu erneuern." Die Auszeichnung soll am 29. Mai in Boston/MA USA feierlich überreicht werden. Der Preis wird erstmals in der John F. Kennedy Presidential Library und dem Museum in Boston verliehen.
Toyo Ito begann seine Arbeit in der Firma Kiyonori Kikutake & Associates, nachdem er in Tokio die University Department of Architecture im Jahr 1965 abgeschlossen hatte. Im Jahr 1971 gründete er ein eigenes Büro in Tokio und nannte es Urban Robot (Urbot). Im Jahr 1979 änderte er den Namen um in Toyo Ito & Associates, Architects.
Die Pritzker Jury sieht in Itos Entwürfen "eine spirituelle Dimension und jene Poesie, die alle seine Werke durchdringt." Toyo Ito antwortete als Reaktion auf den Gewinn des Preises: "Architektur ist von verschiedenen sozialen Einschränkungen beeinflußt. Ich habe in der Architektur stets bedacht, dass es möglich ist auch komfortable Räume zu entwerfen, die von den Einschränkungen wenigstens ein wenig befreit werden. Wenn dann ein Gebäude fertig gestellt ist, wird mir schmerzlich meine eigene Unzulänglichkeit bewußt, was sich wiederum in Energie und die Herausforderung auf das nächste Projekt verwandelt. Wahrscheinlich muß sich dieser Vorgang in der Zukunft immer wiederholen. Deshalb werde ich meinen Stil nie fixieren und nie mit meinen Arbeiten zufrieden sein".
Eines seiner ersten Projekte war ein Haus von 1971 in einem Vorort von Tokio das "Aluminum House". Die Struktur des Gebäudes besteht aus einem Holzrahmen komplett mit Aluminium abgedeckt. Die meisten seiner frühen Werke waren wie Residenzen. Im Jahr 1976 baute er ein Haus für seine Schwester, die erst kürzlich ihren Mann verloren hatte. Das Haus wurde als "White U" bekannt und generiert ein hohes Maß am Interesse für Ito und seine Häuser.
Über die meisten seiner Arbeiten der 1980er Jahre sagt Ito, dass er versuchte durch minimalistische Taktik das Herkömmliche aus seinen Werken zu löschen, was Leichtigkeit in der Architektur entwickelt und der Luft und dem Wind ähnelt. Er nennt die Mediathek in Sendai, 2001 in Sendai City abgeschlossen, Miyagi, Japan, eines der Höhepunkte seiner Karriere. Im Phaidon Buch, Toyo Ito, erklärt er, "Die Mediathek unterscheidet sich von herkömmlichen öffentlichen Gebäuden in vielerlei Hinsicht. Während das Gebäude hauptsächlich als Bibliothek und Kunst Galerie dient, hat die Verwaltung aktiv zu arbeiten, um die Spannungen zwischen den verschiedenen Räumen aufzuheben. Entfernt wurden die festen Barrieren zwischen verschiedenen Medien, die schrittweise eine Vorstellung davon evozieren, wie kulturelle Einrichtungen von nun an sein sollten.
Die Jury kommentierte dieses Projekt in ihrer Begründung, indem sie sagte: Ito meinte von sich selbst, dass er eine Architektur anstrebe, die flüssig ist und nicht beschränkt, was seiner Ansicht nach die Grenzen moderner Architektur aufzeigt. In der Mediathek in Sendai erreicht er dies durch strukturelle Rohre, die ein neues Interieur räumlicher Qualität ermöglichen. Ein weiteres Ito-Projekt welches die Jury kommentiert, ist TOD'S Omotesando Gebäude in Tokyo, "Wo die Gebäudestruktur auch als Haut dient."
Wer Itos Werke kennenlernt, bemerkt nicht nur eine Vielzahl an funktionalen Programmen, sondern auch ein breites Spektrum architektonischer Sprachen. Er entwickelte und perfektionierte allmählich eine persönliche architektonische Syntax, was die bauliche und technische Raffinesse mit einer formalen Klarheit verbindet. Seine Formen waren nicht nur minimalistisch oder parametrisch aufgebaut. Verschiedene Situationen führten auch zu unterschiedlichen Antworten. Von Anfang an entwickelte er Werke, die modern waren. Er verwendete industrielle Standards für seine leichten Strukturen, bestehend aus Materialien und Komponenten wie Rohre, erweiterte Maschen, perforierte Aluminium Folien und permeablen Stoffen.
Toyo Ito wurde am 1. Juni 1941 in Keijo (Seoul), Korea (Japanisch) geboren. Sein Vater war ein Geschäftsmann mit einem besonderen Interesse an der frühen Keramik der Yi-Dynastie Koreas mit Bemalung im japanischen Stil. Er war auch Fan von Baseball und Golf. Im Jahr 1943 zogen Ito, seine Mutter und seine beiden älteren Schwestern zurück nach Japan. Zwei Jahre später kehrte sein Vater auch zurück. Sie lebten in der Heimatstadt seines Vaters in Shimosuwa-machi und der Präfektur Nagano.
Im Jahre 1994 erbaute Ito die „KiTa Eckenheimer Erdhügel“ in Frankfurt - Eckenheim. Auch hier wird die fließende Syntax seiner Architektur sichtbar.
Bauhaus-Architekt Henry van de Velde
Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) nutzt Henry van de Veldes 150. Geburtstag, um auf den Künstler und das Thema Architektur und Design in Deutschland hinzuweisen.
Internationaler Hochhaus Preis 2012 "1 Bligh Street" in Sydney
Alle zwei Jahre wird der internationale Hochhauspreis vergeben und geht für das Jahr 2012 an Christoph Ingenhoven von ingenhoven architects in Düsseldorf sowie an Ray Brown von Architectus in Sydney. Eine internationale Jury aus Architekten, Ingenieuren, Immobilienspezialisten und Architekturkritikern hatte das Projekt aus den fünf Finalisten gewählt, die zuvor aus einem Feld von 26 Nominierten aus 17 Ländern hervorgegangen waren.
Erstmals vergab die Jury außerdem eine besondere Anerkennung für die Revitalisierung eines bereits bestehenden Hochhauses an die Deutsche Bank-Türme in Frankfurt am Main von gmp – von Gerkan, Marg und Partner mit Mario Bellini Architects.Die Preisverleihung fand am 15. November 2012 in der Frankfurter Paulskirche statt.
Bürohochhaus "1 Bligh Street" in Sydney
Mit 139 Metern und 30 Etagen bricht das Gewinnergebäude keine Höhenrekorde, setzt aber auf seinem Kontinent neue Maßstäbe hinsichtlich sozialer, kultureller, stadtplanerischer und nachhaltiger Kriterien. »Die Gesamtqualität des Gebäudes ist herausragend. Mit ihrem Entwurf meiden die Architekten das Ikonische, stellen vielmehr die Bedürfnisse der Nutzer – wie etwa den Ausblick aller Büros – in den Fokus«, urteilte die Expertenjury unter Vorsitz des Frankfurter Architekten Prof. Albert Speer.
Das "1 Bligh Street" hat eine elliptische Form und liegt leicht gedreht im Straßenraster, so dass alle Büros einen direkten Blick auf den Hafen von Sydney und die Harbour Bridge haben. Als erstes Hochhaus Australiens verfügt es über eine natürlich belüftete Doppelfassade aus Glas. Sie ermöglicht einen optimalen Tageslichteinfall, verringert die Wärmelasten oder -verluste und akzentuiert die homogene, kristalline Gesamtform des Gebäudes.
Hauptmieter des Gebäudes ist die Anwaltskanzlei Clayton Utz, die 15 Etagen angemietet hat. Projektentwickler des 2011 fertiggestellten Hochhauses ist die DEXUS Property Group, eines der führenden australischen Immobilienunternehmen. www.dexus.com
Gemeinsam haben sich die Preisträger des IHP 2012 entschieden, die Preissumme in Höhe von 50.000 Euro für die Ausschreibung eines Studentenstipendiums zum Thema „sustainable commercial high-rise design“ an der University of New South Wales zu spenden. Sie ist die führende australische Forschungseinrichtung für die Themen Architektur, Nachhaltigkeit und gebaute Umwelt.
In seiner Rede unterstrich Oberbürgermeister Peter Feldmann die Bedeutung des Preises als Impulsgeber für die internationale Hochhausarchitektur: „Der diesjährige Gewinner hat die Einbindung in den urbanen Kontext und die ökologische Ausrichtung in beeindruckender Weise realisiert. Mit der Erörterung dieser Entwicklungen ist der Preis ein wichtiger Impuls für die internationale Hochhausarchitektur. Das zeigt auch die erstmals vergebene 'Besondere Anerkennung' für die Revitalisierung eines Hochhauses als Bestandteil eines nachhaltigen Städtebaus.“
Frankfurts Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth, Mitglied der IHP-Jury 2012, erklärte ergänzend: „Mit dem Engagement für den Internationalen Hochhaus Preis vertritt die Stadt Frankfurt die konsequente Haltung, dass nicht allein die Höhe eines Gebäudes entscheidend ist. Vielmehr steht bei der Entscheidung für einen Entwurf ein umfassendes Gesamtkonzept im Fokus, das exemplarisch Nachhaltigkeit, äußere Form, innere Raumqualität und soziale Aspekte in sich vereint.“
Dr. Matthias Danne, Immobilienvorstand der DekaBank, sagte: „ Am diesjährigen Gewinner überzeugt nicht nur die Top-Lage in einem der attraktivsten Immobilienmärkte Australiens. Das Gebäude spiegelt durch seine offene Architektur das Lebensgefühl einer Stadt und seiner Bewohner wieder. Gleichzeitig erfüllt es auf höchstem Niveau die Anforderungen, die Mieter und Investoren heute an ein Bürohochhaus stellen.“
Und Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums und Mitglied der IHP-Jury 2012, unterstrich: „Es ist wunderbar zu sehen, wie eine transnationale Allianz an Architekten eine Lösung für einen spezifischen zentralen Ort schafft, die nicht nur alle lokalen Besonderheiten, sondern auch den internationalen Stand der Technik berücksichtigt und damit eines der innovativsten Projekte derzeit darstellt.“
Die fünf Finalisten 2012 auf einen Blick:
- The Pinnacle@Duxton (Singapur) von ARC Studio Architecture + Urbanism, Singapur
- The Troika (Kuala Lumpur) von Foster + Partners, London
- Eight Spruce Street (New York) von Gehry Partners, Los Angeles
- 1 Bligh Street (Sydney) von ingenhoven architects, Düsseldorf und Architectus, Sydney
- Absolute Towers (Mississauga, Kanada) von MAD, Peking
Der international wichtigste Architekturpreis für Hochhäuser richtet sich an Architekten und Bauherren, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertig gestellt wurden. Die Jury beurteilt die nominierten Projekte nach folgenden Kriterien:
- zukunftsweisende Gestaltung
- Funktionalität
- innovative Bautechnik
- städtebauliche Einbindung
- Nachhaltigkeit
- Wirtschaftlichkeit
Die Finalisten 2012 zeigen, dass im zeitgenössischen Hochhausbau nicht nur eine Nutzungsverschiebung vom Bürohochhaus zum Wohnhochhaus stattfindet. Darüber hinaus stellt die Jury einen Länderfokus auf den asiatisch-pazifischen Raum fest, erläuterte Albert Speer. Denn insgesamt vier der fünf nominierten Projekte sind Wohnhochhäuser, zwei davon aus dem asiatisch-pazifischen Raum und zwei aus der traditionellen Hochhausregion Nordamerika.
Der Internationale Hochhaus Preis (IHP) wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main ausgelobt. Initiiert wurde der Internationale Hochhaus Preis 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt mit dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank. Seitdem wird er in partnerschaftlicher Kooperation vom Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank organisiert und finanziert und im Jahr 2012 zum fünften Mal verliehen.
Der Internationale Hochhaus Preis wird für ein Bauwerk vergeben, das exemplarische Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbinden. Planer und Bauherren erhalten gemeinsam den Preis – eine Statuette des international bekannten Künstlers Thomas Demand und ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro.
Die internationale Preisjury 2012:
- Albert Speer (AS&P – Albert Speer und Partner, Frankfurt am Main) geleitet.
Weitere Mitglieder der Jury waren:
- Prof. Johann Eisele (Architekt, ES – Eisele Staniek +, Darmstadt),
- Sigurdur Gunnarson (Bauingenieur, Universität Bergen),
- Richard Hassell (Architekt, WOHA, Singapur),
- Felix Semmelroth (Kulturdezernent Stadt Frankfurt am Main),
- Catherine Slessor (Chefredakteurin Architectural Review, London),
-.Peter Cachola Schmal (Direktor Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main),
- Thomas Schmengler (Geschäftsführer der Deka Immobilien GmbH, Frankfurt am Main
- Carol Willis (Direktorin Skyscraper Museum, New York)
Stellvertreterin
- Prof. Annette Bögle (Professorin für Entwurf und Analyse von Tragwerken, HafenCity Universität Hamburg)
Harpa wins EU Prize 2013
Barcelona/Brussels 29 April 2013 – Harpa, the Reykjavik Concert Hall and Conference Centre in Iceland, is the winner of the 2013 European Union Prize for Contemporary Architecture - Mies van der Rohe Award, the European Commission and the Mies van der Rohe Foundation announced. Designed by Henning Larsen Architects, Batteríið Architects and Studio Olafur Eliasson, the building has helped to transform and revitalise Reykjavik harbour and brought the city and harbour district closer together. The 'Emerging Architect Special Mention' award goes to María Langarita and Víctor Navarro for the Nave de Música Matadero (Red Bull Music Academy) in Madrid, Spain. The award ceremony will take place on 7 June at the Mies van der Rohe Pavilion in Barcelona, coinciding with the celebration of the 25th anniversary of the prize.
Videos: Commissioner, Winner, Emerging Architect Special Mention and Finalists
"Architecture is one of the most visible expressions of our contemporary culture. My warmest congratulations go to this year's winners – indeed, to all of those who made the final shortlist. They have created buildings which are not only of the highest aesthetic and technical quality, but also places which touch our emotions and bring people together. I would also like to thank the Mies van der Rohe Foundation for their excellent collaboration in helping to bring the best of contemporary European architecture to worldwide attention,"
said Androulla Vassiliou, European Commissioner for Education, Culture, Multilingualism and Youth.
Harpa's crystalline structure was inspired by Icelandic landscapes and traditions. Its dramatic design captures and reflects the light of the city, ocean and sky to thrilling effect.
Peer Teglgaard Jeppesen
, from Henning Larsen Architects said: "On behalf of the team I would like to thank the European Commission and the Fundació Mies van der Rohe for this award. We are immensely honoured. Harpa is the result of collaborative process that has involved many people and with their efforts, strong commitment and drive Harpa has become a symbol of Iceland’s renewed dynamism."
Wiel Arets
, Chair of the Jury, said: "Harpa has captured the myth of a nation – Iceland – that has consciously acted in favour of a hybrid-cultural building during the middle of the ongoing Great Recession. The iconic and transparent porous 'quasi brick' appears as an ever-changing play of coloured light, promoting a dialogue between the city of Reykjavik and the building's interior life. By giving an identity to a society long known for its sagas, through an interdisciplinary collaboration between Henning Larsen Architects and artist Olafur Eliasson, this project is an important message to the world and to the Icelandic people, fulfilling their long expected dream."
The Nave de Música Matadero Madrid (Red Bull Music Academy) was built in only two months to host a nomadic annual music festival in an early 20th-century industrial warehouse complex in Madrid. It responded to the technical and acoustic needs of the event, while promoting and enriching artistic encounters between the participating musicians.
Antoni Vives
, President of the Mies van der Rohe Foundation, said: "It has been an honour for the city of Barcelona and the Mies van der Rohe Foundation to grant this Prize with the European Commission for the last 25 years: a quarter of a century of the best European architecture. I would like to congratulate the winners of this 13th edition and I would like encourage architects to continue to play their role as catalysts for transforming cities."
The winners were chosen from 335 submitted works in 37 European countries. Five works were shortlisted for the main award. The other finalists were:
Market Hall (Ghent, Belgium by Robbrecht en Daem architecten; Marie-José Van Hee architecten); Superkilen (Copenhagen, Denmark by BIG Bjarke Ingels Group; Topotek1; Superflex); Home for Elderly People (Alcácer do Sal, Portugal by Aires Mateus Arquitectos) and Metropol Parasol (Seville, Spain by J. Mayer H).
The jury members who selected the finalists for 2013 are: Wiel Arets, Chair of the Jury, Principal, Wiel Arets Architects, Maastricht/Dean, College of Architecture, IIT, Chicago; Pedro Gadanho, Curator, Contemporary Architecture, Museum of Modern Art (MoMA), New York; Antón García-Abril, Principal, Ensamble Studio; Louisa Hutton, Principal, Sauerbruch Hutton Architects, Berlin; Kent Martinussen, CEO, The Danske Arkitekter Center (DAC), Copenhagen; Frédéric Migayrou, Director, Architecture & Design, Centre Pompidou, Paris; Ewa Porebska, Editor-in-Chief, Architektura-murator, Warsaw; Giovanna Carnevali, Secretary of the Jury, Director, Fundació Mies van der Rohe, Barcelona.
Background
The architecture sector is at the heart of Europe's vibrant cultural and creative industries. It directly employs more than half a million people, as well as more than 12 million in the construction sector. Architecture is part of the cultural and creative sectors, which contribute 4.5% to the EU's GDP.
The European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award highlights the contribution of European architects to the development of new ideas and technologies in contemporary urban development. Launched in 1987 and co-funded by the EU Culture Programme and the Fundació Mies van der Rohe, the prize is the most prestigious in European architecture.
It is awarded every other year to works completed within the previous two years. The winner receives €60 000. This year’s ceremony is the 13th to take place since its launch.
Works nominated for the Prize are put forward by independent experts from all over Europe, as well as by the member associations of the Architects’ Council of Europe, national architects’ associations, and the Advisory Committee for the Prize.
The Prize is named after Ludwig Mies van der Rohe, who is regarded as one of the pioneers of 20th century modern architecture. His most celebrated works include the German Pavilion at the 1929 Barcelona Exhibition, Villa Tugendhat in Brno, Czech Republic, the Seagram Building in New York and the National Gallery in Berlin.
The complete list of 335 works can be downloaded by the countries below:
Albania, Austria, Belgium, Bosnia-Herzegovina, Bulgaria, Croatia, Cyprus, Czech Republic, Denmark, Estonia, Finland, Former Yugoslavian Republic of Macedonia (FYROM), France, Germany, Greece, Hungary, Iceland, Ireland, Italy, Latvia, Liechtenstein, Lithuania, Luxembourg, Malta, Montenegro, Norway, Poland, Portugal, Romania, Serbia, Slovak Republic, Slovenia, Spain, Sweden, The Netherlands, Turkey and United Kingdom.
Previous winners include:
Neues Museum
, Berlin, Germany by David Chipperfiel/David Chipperfield Architects, in collaboration with Julian Harrap
Norwegian National Opera & Ballet
, Oslo, Norway by SNØHETTA / Kjetil Trædal Thorsen, Tarald Lundevall, Craig Dykers
MUSAC
, León, Spain by Luis M. Mansilla, Emilio Tuñón / Mansilla + Tuñón Arquitectos
Netherlands Embassy Berlin
, Germany by OMA / Rem Koolhaas, Ellen van Loon
Kursaal Centre
, Donostia-San Sebastián, Spain by Rafael Moneo
Car Park and Terminus Hoenheim North,
Strasbourg, France by Zaha Hadid/ Zaha Hadid Architects
Kunsthaus Bregenz
, Austria by Peter Zumthor
Bibliothèque nationale de France
, Paris, France by Dominique Perrault
Waterloo International Station
, London, UK by Nicholas Grimshaw / Nicholas Grimshaw & Partners
Municipal Sports Stadium
, Badalona (Barcelona), Spain by Esteve Bonell, Francesc Rius
Stansted Airport
, London, United Kingdom by Norman Foster / Norman Foster + Partners
Banco Borges e Irmão
, Vila do Conde, Portugal by Álvaro Siza Vieira
To find out more:
Twitter: @VassiliouEU
@EUMiesAward
Facebook: EU Prize for contemporary architecture/ Mies van der Rohe award
For European Commission:
Dennis Abbott: +32 2 295 92 58 Twitter: @DennisAbbott
Dina Avraam: +32 2 295 96 67