Luminale mit neuem Konzept
Das Licht- und Kulturfestival Luminale bekommt ein neues Gesicht: Ab 2018 geht es in Frankfurt und Offenbach mit einem überarbeiteten Konzept an den Start. In Zukunft öffnet sich das Festival neben dem Thema Licht auch städtepolitischen und gesellschaftlichen Fragestellungen und präsentiert innovative Lösungen für das Leben im urbanen Raum.
Foto (c) Kulturexpress Meldung: Messe Frankfurt GmbH
Frankfurt soll nicht nur Bühne, sondern auch Gegenstand des Festivals werden. Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Messe Frankfurt ist überzeugt: „Mit der Neukonzeptionierung der Luminale werden wir ein Festival der Licht- und Stadtgestaltung schaffen, das es in dieser Form noch nicht gibt. Die Veranstaltung erfährt nicht nur eine nachhaltige und eigenständige Profilschärfe, durch die Öffnung für weitere Themengebiete wird sie unsere Stadt als Vorbild modernster Stadtentwicklung noch stärker ins richtige Licht rücken. 2018 legen wir den Grundstein für eine neue Luminale und zusammen werden wir sie weiter entwickeln und zu Wachstum verhelfen.“
Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt: „Bei der Messe Frankfurt freuen wir uns darauf, mit der neuen Luminale eine Plattform für alle zu bieten, die an der Zukunft unserer Stadt und Region mitarbeiten wollen. Gemeinsam haben wir die Chance, Frankfurt zum Vorreiter für moderne Stadtgestaltung und intelligente Infrastrukturen zu machen. Darüber hinaus werden die Bürger der Stadt auch langfristig von der Luminale profitieren, denn nach der Veranstaltung soll mindestens ein Projekt im Stadtgebiet erhalten bleiben, das einen Beitrag für mehr Lebensqualität und Nachhaltigkeit leistet.“
Das neue Konzept der Luminale
Fünf Kategorien werden die Luminale zukünftig gliedern:
Der neu geschaffene Bereich SOLUTIONS lädt Architekten, Städteplaner, Politiker, Wissenschaftler, Künstler, Kulturschaffende, Umweltexperten und Ingenieure dazu ein, intelligente Lösungen, visionäre Konzepte, erprobte Verfahren und neue, innovative Anwendungen zu präsentieren, die das Leben in der Stadt sauberer, grüner, sicherer und komfortabler machen.
ART bezieht sich auf Projekte, die sich künstlerisch mit den Themen Licht und Stadt auseinandersetzen. Eine neu zu bildende Jury mit Expertise in Architektur, Lichtdesign, Video, Kunst, Szenographie, Motiondesign und Tourismus trifft unter den eingereichten Arbeiten eine Auswahl nach zuvor formulierten Kriterien. Ziel ist es einzigartige, technisch innovative, ästhetisch und künstlerisch hochwertige Projekte zu haben.
Die Kategorie STUDY bietet jungen Talenten aus Schulen, Universitäten, Hochschulen und Start-ups eine Bühne. COMMUNITY umfasst Projekte der Frankfurter Bürgerschaft, Initiativen der Stadtteile und spontane Nachbarschaftsaktionen.
In der Kategorie BETTER CITY soll mindestens ein Projekt präsentiert werden, das den Bürgern der Stadt auch nach der Veranstaltung erhalten bleibt und eine dauerhafte Landmark schafft.
Möglichst viele Spielstätten sollen künftig räumlich konzentrierter und damit besser erreichbar sein. Das Konzept sieht vor, in Zusammenarbeit mit städtischen Behörden, Eigentümern und Nutzern der Gebäude sowie mit der Unterstützung von Projektpartnern die Denkmäler, Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen, aber auch die unbekannten, verborgenen, romantischen Plätze der Mainmetropole als Bühne für die Lichtkunst zu erschließen.
Das Studio Rekkab aus Frankfurt wird ab 2018 als Projektbüro die Luminale realisieren. Inhaberin Isa Rekkab erklärt: „Frankfurt soll leuchten: Historische Gebäude, wichtige Plätze, bekannte Wahrzeichen und verborgene Orte. Der urbane Raum soll aber nicht nur Bühne, sondern auch Gegenstand des Festivals sein. Die Luminale rückt innovative Konzepte für die nachhaltige Gestaltung der Stadt ins Licht. Wir laden Künstler, Kulturschaffende und Kreative, Architekten und Ingenieure, Wissenschaftler, Umweltexperten, Studenten und Schüler ein, die Luminale zu einem faszinierenden Festival des Lichts und der Ideen zu machen und bitten um die Unterstützung all jener, denen die Stadt und die Region am Herzen liegen.“ Das gesamte Konzept der neuen Luminale bezieht darüber hinaus die bereits etablierten Spielstätten in den Frankfurter Stadtteilen und ein Luminale-Programm der Stadt Offenbach ein.
Luminale mit breiter Unterstützung
Im Frühsommer 2016 hatte die Messe Frankfurt die Durchführung der Luminale durch ein Projektbüro ausgeschrieben, um neuen Konzepten und Ideen Raum zu geben. Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, resümiert: „Unserer Ausschreibung zur Durchführung der Luminale sind vier Bewerber gefolgt. Das Studio Rekkab aus Frankfurt hat uns durch seinen kreativen und ganzheitlichen Ansatz überzeugt und wird die Luminale in Zukunft für uns realisieren. Wie im neuen Konzept angelegt, können wir uns gut vorstellen, dass wir das Festival auf eine breitere Basis stellen. Eine gute Ausgangsbasis dafür ist sicherlich der Luminale-Beirat, den wir bereits 2013 gegründet haben.“
Die Mitglieder dieses zehnköpfigen Beirates fungieren als Berater für die Schlüssel- und Kernereignisse der Luminale und bringen als aktive Unterstützer des Festivals ihre Expertise und ihr Netzwerk ein. Sie sind Personen, die sich beruflich oder persönlich mit Frankfurt und der Rhein-Main Region verbunden fühlen und im Stadtmarketing aktiv sind.
Die Luminale wird weiterhin allen offen stehen, die sich beteiligen möchten, vorausgesetzt die Projekte organisieren und finanzieren sich eigenständig. Die Messe Frankfurt finanziert auch zukünftig das Luminale Projektbüro sowie die übergreifende Kommunikation des Gesamtprojektes.
Im Jahr 2002 hatte die Messe Frankfurt, in enger Zusammenarbeit mit der ausstellenden Industrie der Light + Building, die Luminale ins Leben gerufen. Ziel war es, die Messethemen Licht, Design und Architektur in die Stadt hineinzutragen und eine Brücke zwischen Messegelände und Stadt zu schlagen. Seither findet sie alle zwei Jahre parallel zur Light + Building statt. Die Luminale 2016 zeigte über 200 Lichtinszenierungen in Frankfurt und Offenbach und zog knapp 200.000 Besucher an.
Frankfurter Grüngürtel-Flussufer 1969 - 2014
Frankfurter Grüngürtel-Flussufer-Konzeption 1969 - 2014
Herausgeber Aktion Plagiarius
Gebr. Mann Verlag
1. Auflage, Berlin
gebunden 311 Seiten
150 Abb.
Größe: 21 × 30 cm
ISBN 978-3-7861-2679-9
Max Dudler: Stadtsilhouette
Die Kulisse einer Stadt als kollektives Werk
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40 italienische Steinmetze haben die Steinskulptur „Stadtsilhouette", einen Entwurf des Architekten Max Dudler gemeinsam mit Simone Boldrin, realisiert und ein Gemeinschaftswerk geschaffen.
Für die Skulptur, die auf der diesjährigen Natursteinmesse Marmomacc in Verona gezeigt wurde (28.09. bis 01.10.2016), sind insgesamt 22 m³ Naturstein bearbeitet worden. Das im Eingangsbereich der Halle 1 ausgestellte Werk zeigte die Silhouette einer Stadt als vielschichtige Kulisse und folgte der gleichen Grammatik wie Max Dudlers Architektur. Die Skulptur besteht aus gefrästen und ineinandergefügten Blöcken des Steins Pietra di Apricena (fiorito-K66) und kommt auf eine imposante Gesamtgröße von 4,50 m x 4,50 m x 4,50 m. Eine steinerne Welt, die ganz und gar über die Architektur definiert wird. Von der Seite betrachtet wirkt die Skulptur fast flach, zweidimensional. Mit der Verschiebung des Blickwinkels fächert sich das steinerne Stadtpanorama zu einem komplexen Gebilde aus verschiedenen Ebenen auf. Es entsteht ein Eindruck von Dichte, von Tiefe und Vielschichtigkeit. Die Stadt zeigt sich als Kulisse. Die Stadt ist hier Bühne und Hintergrund zugleich. Dabei verfolgt die Steinfigur dieselbe Grammatik wie die Gebäude Max Dudlers: Ein Haus steht nie für sich, sondern ist Teil eines skulpturalen Stadtbildes, das sich in kollektiver Arbeit entwickelt. Dies zeigt sich beispielsweise in einem seiner erfolgreichsten Bauten, dem Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, dessen Umrisse sich in die Berliner Stadtsilhouette einfügen und am Portrait der Stadt und ihrer Identität mitarbeiten. Ein etwas anderes Beispiel ist das Hochhausensemble an der Hagenholzstraße in Zürich-Oerlikon. Hier hat Max Dudler eine gesamte Stadtsilhouette – einen Ort urbaner Dichte und Vielschichtigkeit – in der Peripherie geschaffen.
Stadtsilhouette - Projekt von Max Dudler mit Simone Boldrin Material und Größe der Steinblöcke aus Pietra di Apricena - fiorito K66 4,50 x 4,50 x 4,50 m Mitarbeiter Kilian Teckemeier, Julia Mäckler Kurator der Ausstellung Vincenzo Pavan Koordination der Realisierung und Aufbau Domenico Potenza Realisierung und Aufbau Helios Automazioni In Kooperation mit Confindustria Foggia, sezione lapidei Zurverfügungstellung des Materials Felice Chiro` Industria Marmi srl Statische Berechnung Gianni Duronio Koordination der technischen Ausführung Giuliano Rainone
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Frankfurter Grüngürtel 1969 - 2014
Geschichtsfälschung – Plagiat – Bürgerbevormundung
Ein politisch motiviertes Sachbuch, das sich mit Entwicklungs- und Wirkungsgeschichte des Frankfurter Grüngürtels auseinandersetzt. Was zugleich als Aufruf gegen die Machenschaften der politisch Verantwortlichen zu verstehen ist und damit die einseitige Vereinnahmung einer Ideengeschichte durch andere als den daran wesentlich Beteiligten anprangert. Denn über Jahrzehnte hinweg trug die Grüngürtel-Entwicklung mit zu einem ganzheitlichen Stadtbild in Frankfurt am Main bei.
Engagierte Bürger brachten es bis zur Übernahme durch die Stadt. Politiker grenzten bei der Übernahme Bürger und Urheber aus und erreichten, dass derzeit weder ausreichender Urheberrechtsschutz für alternative Stadtplanungskonzepte besteht, noch Bürger solche realisieren können. Eine sinnvolle Umsetzung scheiterte dann zum Nachteil der Bürger an Kapitalinteressen und Selbstinszenierung der Politiker. Der Band dokumentiert in Wort und Bild den Versuch von Bürgern, ihre Stadt wieder zu einer Wohnstadt zu machen. An der Buchgestaltung war wesentlich der Architekt Prof. Till Behrens beteiligt.
Das Buch will damit Bestandaufnahme und Chronologie sein. Untertitelt mit: Politik und Stadtplanung im Spiegel der Presse und Zeitdokumenten. Auffallend sind die vielen Belege mit denen der Inhalt aufwartet. Dahinter steckt aufwendige Recherchearbeit, die langjährige Aufbewahrung verschiedenster Zeitungsartikel aus der Tagespresse sowie zahllose Kopien an Dokumenten. Gestützt auf Kartenmaterial, Planungsunterlagen und Modellentenwürfen, was einer umfassenden wissenschaftlichen Arbeit nahe kommt. Stets steht die kritische Hinterfragung im Vordergrund. Seien es nun die gescheiterten Versuche der Stadt Frankfurt bei der Bewerbung zum European Green City Award oder die Frage nach rechtlichen Realisierungschancen von Bürgerinitiativen nach 1960. Dem Autor geht es um die volle Namensnennung als Urheber am Werk. Wer ein Fazit ziehen will, der fragt sich, warum die Gegenpole hier derart aufeinanderprallen müssen? Die wissenschaftliche Aufarbeitung wird eines Tages die Wahrheit an den Tag bringen, wer am Zuge gewesen ist und was dran ist an den Forderungen einer Urheberschaft für ein städtebauliches Grüngürtel-Konzept in Frankfurt. Ausschlussverfahren und Nichtnennung können dabei nicht gelten bleiben.
Nicht nur Rückblick auf die späten sechziger Jahre zählen mit, sondern viel weiter reicht die Rückschau bis hin zu den alten Wallanlagen, wie sie rund um die Frankfurter Stadtmauer seit frühesten Zeiten von je her angelegt waren. Belegt wird dies durch historische Kupferstiche von Matthäus Merian, dessen Vogelperspektiven vom damaligen Stadtbild erzählen. So weist der Plan von 1648 im Unterschied zu jenem von1628 eine zusätzliche dritte Stadtmauer auf, wobei zwischen zweiter und dritter Stadtmauer ein durchgängiger Grünstreifen in typisch gezackter Linie entlang der Stadtmauern gezogen wurde. Eine städtebauliche Begrünung bestand demnach in frühesten Zeiten noch vor Industrialisierung zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Das bedeutet: Zivilisatorische Einschnitte in die Natur erfordern immer auch eine Rückeroberung dieser Natur in den eigenen Lebensraum.
Der zweite Grüngürtel entstand mit dem Neuen Frankfurt der 1920er Jahre und den Entwicklungen um den Frankfurter Stadtplaner Ernst May. Das Prinzip der Satellitenstädte schlug durch, wobei die Anbindung an den Frankfurter Stadtkern stets beibehalten wurde. Die Nachkriegszeit war überwiegend durch Masterpläne der alliierten Mächte bestimmt, die die Städte zu Autofahrerstädten unbauten. Das war der Zahn der Zeit. Das beste Beispiel ist Stuttgart, das durch seinen Masterplan der Nachkriegszeit gezeichnet ist. Straßenüberkreuzungen durchziehen das Stadtbild wie ein Netz und schneiden Stadtteile voneinander ab.
Bei Umsetzung der Nachkriegspläne, die durch Abbruch, Aufbau und Wiederaufbau geprägt waren, wurden viele Bausünden begangen, die mit der Gegenwart nur langsam bewältigt werden können. Stadtplanung besteht überwiegend aus langwierig angelegten Vorhaben, die einerseits Entwürfe fasst und andererseits aus einer Vielzahl an Vorzeichen besteht, die sich aus Genehmigungen und Finanzierungsfragen zusammensetzen. Widerstand formiert sich gegen Bauprojekte, die zerstörerisch in die Lebenswelt der Stadt eingreifen. Die Proteste schlagen Wellen, Bürgerinitiativen bilden sich, um systematisch gegen die politische Willkür vorzugehen. Die Geschichte ist bekannt! Im Buch wird dies durch zahlreiche Belege, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Band ziehen, ins Gedächtnis gerufen.
PDF-Download: Inhaltsverzeichnis
Gebr. Mann Verlag
1. Auflage, Berlin
gebunden 224 Seiten
150 Abb.
Größe: 21 × 30 cm
Erdbebensicher: Neuer Schwerlastdübel von TOX
Befestigungstechnik
Rund 80 Prozent des Tages werden in Gebäuden verbracht. Hier muss die Sicherheit groß geschrieben werden. Das ist oft von kleinen aber enorm wichtigen festhaltenden Dübeln abhängig. Diese verbinden nämlich tragfähige Bauteile oder befestigen scheinbar nebensächliche Verbindungen wie Rohre.
Soka: Baukonjunktur tritt auf der Stelle
Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im August saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken ist. Im Juli war das Arbeitsvolumen bereits um 3,2 Prozent gesunken.
Die Stadt als Beute
Wohnungsaufkauf in Berlin, die Folge sind soziale Spannungen mit den Mietern
wilckefilms Spieldauer: 84 Minuten Kinostart: 01. September 2016
Zum Trailer: Die Stadt als Beute Regie: Andreas Wilcke (BRD 2016)
Überall gilt Berlin plötzlich als „the place to be“. Jeder will hier wohnen und viele kaufen sich hier Wohnungen, die verglichen mit „zu Hause“ spottbillig sind. Das sorgt für soziale Spannungen. Der Film begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird. Er erhält eine Ahnung davon, welche Dynamik die Erschließung der Ressource Wohnraum in Berlin angenommen hat.
Der Regisseur über seinen Film:
Dieser Film entstand aus einer Mischung aus Melancholie und Wut heraus und dem Wunsch, eine Geschichte zu erzählen. Ohne festes Konzept habe ich mich über 4 Jahre mit einer geliehenen Kamera, einem Stativ und später auch einer Funkstrecke auf die Suche begeben, in der Hoffnung, dass der Film mir irgendwann zeigen wird, wo er hin will. Ich wollte mich verabschieden von der Stadt, in die es mich mit 17 Jahren aus der Enge einer brandenburgischen Kleinstadt trieb und die mir in ihrer Weitläufigkeit, mit ihren verschiedensten, teils geradezu dörflichen Kiezen, den postindustriellen Brachen und seiner Patina wie ein riesiger Abenteuerspielplatz vorkam.Ein buntes Sammelsurium mit Ecken und Kanten, ohne Masterplan und Sollbruchstellen, und mit Menschen, die keine Berührungsängste voreinander hatten.
Die historischen Umstände hatten hier eine Art Reservat geschaffen, indem man bis weit in die Nullerjahre hinein sich den Regularien des freien Wohnungsmarktes entziehen und preiswert und kreativ leben konnte. Dann kamen die Fußball-WM, ein rot-roter Senat, der staatliche Wohnungsbaugesellschaften verscherbelte, eine groß angelegte Imagekampagne und nicht zuletzt die Bankenkrise. Betongold zu erwerben war das Gebot der Stunde - und Berlin fand sich plötzlich in derselben neoliberalen Wirklichkeit wie alle anderen europäischen Metropolen wieder. Nur dass sich dieser Prozess nicht schleichend vollzog, sondern in einem atemberaubenden Tempo und unter Wegfall der sonst zumindest offiziell postulierten moralischen Kategorien. Diese gefräßige Dynamik sollte der Rhythmus des Films widerspiegeln.
Deshalb entschied ich mich im Schnitt bewusst dagegen, als Episodenstränge angedachte Geschichten zu verwenden, die mit einigen Protagonisten über lange Zeiträume gedreht wurden. Atmosphärisch aufgeladene Momentaufnahmen und lakonisch daherkommende, in ihrer Nüchternheit oft geradezu absurd wirkende Szenen sollen mittels ihrer Zwischentöne von den verschiedenen Realitäten und Zwängen der Akteure erzählen.
Zur Website: Die Stadt als Beute
Regie, Kamera, Produktion: Andreas Wilcke
Schnitt: Steffen Bartneck, Martin Czinczoll, Jan Liedtke
dramaturgische Beratung: Tilmann Künzel, Maria Wischnewski
Tonschnitt/ Tonmischung: Gerald Mandl
Musik: Rudolf Moser (Einstürzende Neubauten)
Co-produktion: It works! / welt/film
Titel Thesen Temperamente Beitrag zum Film: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/die-stadt-als-beute-100.html
Das bedeutet, ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird mehr und mehr privatisiert und Mietwohnungen werden zu Immobilieneigentum umgewandelt.
Der Film "Die Stadt als Beute" entstand über vier Jahre. Er zeigt anschaulich und ungeschminkt, wie Investoren und Makler sich auf dem Berliner Wohnungsmarkt austoben und welche Reibungen dadurch entstehen.
Dabei ist er bei allem Ernst der Lage durchaus ambivalent und enthält einige skurrile Momente, in denen sichtbar wird, in welchen Paralleluniversen sich die verschiedenen Akteure bewegen. Die Musik zum Film hat Rudolf Moser von den 'Einstürzenden Neubauten' komponiert.
Water Urbanisms East
Water Urbanisms East
Emerging Practices and Old Traditions
by Bruno de Meulder
and Kelly Shannon
Park Books, Zurich ,
1st Edition, 2013
paperback, 256 pages
Size: 22.4 x 22.4 x 2.3 cm
English Edition
ISBN: 978-3906027258
Arbeitsunfälle am Bau
Der langjährige Trend des Rückgangs der Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft hat sich deutlich verlangsamt.
Libertine Lindenberg - Franken Architekten
„Wille ist Wollen und Freiheit ist Können" Voltaire
Sanierung und Erweiterung
Franken Architekten erhielt den Auftrag für die Objekt- und Innenarchitekturplanung eines Gründerzeitgebäudes in der Frankensteiner Straße 20 in Frankfurt-AltSachsenhausen.
Foto (c) Dieter Schwer, Meldung: Franken Architekten
Ausgangspunkt des szenographischen Konzepts ist das Bild einer fiktiven Persönlichkeit, die LIBERTINE LINDENBERG. Zusammen mit dem Team um Dr. Steen Rothenberger und der Designerin Kathi Kæppel wurde das Projekt entwickelt. Die couragierte Freigeistin und offenherzige Gastgeberin wollte Ihr Wohnhaus in AltSachsenhausen zu einer Gästegemeinschaft umwandeln. Diese Aufgabe wurde erfolgreich umgesetzt.
Dafür wurde der gründerzeitliche Altbau komplett saniert und mit einem neuen Aufzugskern ergänzt, der sich im Innenhof befindet. Die in Teilen abgängige Natursteinfassade wurde wiederhergestellt und die Sanierungsmaßnahmen vergangener Jahre rückgebaut und an die gründerzeitliche Fassade angepasst. Die dem Objekt zugehörigen 60er Jahre Bauten sind durch einen Neubau ersetzt worden, der als ein archaisches Giebelhaus ohne Dachüberstände an den Altbau andockt.
Alt-Sachsenhausen wurde nach dem zweiten Weltkrieg mit seinen traditionellen Apfelweinlokalen zu einem beliebten Ausgehviertel der amerikanischen GI´s mit vielen Jazzclubs. Bis heute verschmelzen freie Liebe und Rippchen mit Kraut zu einer einzigartigen Melange aus Avantgarde und Hinterweltlertum. In diesem bunten Treiben mischt LIBERTINE munter mit und bietet Durchreisenden und Gestrandeten ein temporäres Zuhause.
Im Geiste des Narrativen und im Kontext von Alt-Sachsenhausen wurde das Interieur mit viel Liebe zum Detail einer gemeinschaftlichen Konzeption unterworfen. Daraus entstand ein kontrastreicher Materialmix, oft auch eklektizistisch, bestehend aus strenger, multifunktionaler Einrichtung und handgefertigten Unikaten mit "Geschichte". Die detailreiche Inszenierung zeichnet sich durch haptisch erlebbare Materialien wie Wandtextilien, handgebrannte Leuchten und ornamentale Betonfliesen aus.
Ergänzendes Artwork wurde in mehreren Editionen und lauter Einzelanfertigungen von internationalen DesignerInnen und KünstlernInnen in Reflexion auf das Interieur und im Verständnis von Alt-Sachsenhausen unter Leitung von Dr. Steen Rothenberger und Kathi Kæppel entworfen: Textile Installationen, Brandritzungen und limitierte Kunstdrucke komplettieren das Storytelling. Die zarte und pastellfarbene Verspieltheit des Hauses entstand in Gedanken an eine heimische Streuobstwiese: Vögel, Käfer, Schmetterlinge, Gräser und Äpfel bespielen die Oberflächen im ganzen Haus, sei es im geschmiedeten Eingangstor oder den handbestickten Einbauten der Zimmer.
Craftiness meets Clearness
Entzweiung des Lieblichen findet in den sogenannten "Black Holes" statt. Tiefdunkle Flächen, die sich konsequent über die Elemente der Gestaltung legen. Die "Black Holes" symbolisieren die Schatten von LIBERTINEs Vergangenheit, sentimentale Geschichten und verflossene Liebschaften. Funktional dienen sie zum Beispiel in den Suiten als monolithische Blöcke aus Schrank und Kitchenette. An anderer Stelle fungieren sie als Zonierung zwischen Eingang, Bad und Wohnen oder markieren den Übergang im Treppenhaus.
Auch in der Fassade finden sich solche "Black Holes" als Laibungen der bodentiefen, in Stahlgewände eingefassten, Fenster und der Eingangstür. Diese durchstanzen die historische Natursteinfassade des Altbaus kontinuierlich. Die Fassade des Neubaus referenziert somit den gesuchten Genius Loci, das Ornament eines durch einen Computeralgorithmus verzerrten Rautenmotivs. In Anlehnung an die lokaltypische Struktur des "Gerippten" Apfelweinglases gedacht. Das wurde in einer von Franken Architekten entwickelten Technik ausgeführt. Einen Vergleich bietet die vom gleichen Architekten entworfene Fassade des in der Nachbarschaft gelegenen Hauses: Kleine Rittergasse 11 .
Für die Umsetzung in Putz wure das digital erzeugte Muster in Granulatplatten des Putzspezialisten: Sto gefräst, welche direkt mit einem Wärmedämmverbundsystem verklebt wurde. Die Rautenstruktur setzt sich in den Fensterbrüstungselementen fort und findet sich auch als grafisches Element im Design des Interieurs und weiteren künstlerischen Arbeiten von Kathi Kæppel wieder.
LIBERTINEs Geschichte ist ein Spiel mit vermeintlichen Realitäten, was durch seine Bewohner neue Facetten dazubekommt. Bewohner, deren Biografie oft durch ein multigrafisches Leben ersetzt wurde, eines das sich durch Diskontinuität und durch Brüchigkeit der Lebenszusammenhänge auszeichnet.
LIBERTINE LINDENBERG erstreckt sich über sieben Etagen
Im Untergeschoss befindet sich ein Tonstudio, welches Türen für gemeinsame Jam Sessions, Konzerte und Filmvorführungen eröffnet. Außerdem ist ein Turnstudio im UG. Im Erdgeschoss liegen Büroflächen und ein Wohnzimmercafé zur internen und halböffentlichen gastronomischen Nutzung. Im Dachgeschoss befindet sich eine Gemeinschaftsküche, eine Vorbereitungsküche für Events, ein Esszimmer mit pittoreskem Blick über die verwinkelten Dächer von Alt-Sachsenhausen und das LEKKER Tante-Emma-Lädchen, in dem sich die Hausbewohner kulinarisch versorgen. Über die Etagen verteilt gibt es 27 Ein- bis Dreizimmersuiten, sechs davon erstrecken sich im Neubau als Maisonetten über zwei Geschosse.
Das LIBERTINE LINDENBERG reflektiert den gesellschaftlichen Bedarf nach gemeinschaftlichem Wohnen und Arbeiten. Der Anstieg der Einpersonenhaushalte führte schon zu einer zunehmenden Isolation und vermehrtem Verlangen nach Gemeinschaft, welche mit diesem flexibel gestaltbaren Wohnkonzept, das sich den aktuellen Lebenssituationen seiner Bewohner anpasst, erfüllt wird.
LIBERTINE LINDENBERG verwirklicht Collaborative Living und überträgt den Shareness-Gedanken, die Kultur des Tauschens und Teilens, in den realen Raum. Damit schafft es eine neue Wohnqualität mit "Wir-Gefühl", erhält aber parallel die Möglichkeit zur Individualität und meistert damit den schmalen Grat zwischen Geselligkeit und Intimität. Das ist partizipativ und lässig exklusiv.
Dieses außergewöhnliche Projekt wird sicherlich dazu beitragen, die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Stadtquartier zu steigern und Alt-Sachsenhausen neue Lebensqualität zu verleihen.
Projektdaten:
Projektbeteiligtenliste LIBERTINE LINDENBERG
Fakten Adresse: Frankensteiner Straße 20 60594 Frankfurt am Main
2.036 m² Gesamtfläche BGF (Bruttogeschossfläche) 1.423 m² Gesamtfläche, 7 Geschosse NGF (Nettogeschossfläche) 934 m² Fläche Altbau NGF 489 m² Fläche Neubau NGF 167 m² Fläche Büro NGF 656 m² Fläche Ein-bis Dreizimmersuiten / Maisonetten NGF 459 m² Fläche Öffentliche Bereiche NGF (inkl. Flure / Treppenhaus)
Architektur / Interior Design FRANKEN\ARCHITEKTEN GMBH Niddastraße 84 60329 Frankfurt am Main
Projekt-Team Prof. Bernhard Franken Frank Brammer Sebastian Stehl Robin Heather Manuel Naranjo Alpresa Natascha Baier Verena Hornsteiner Risa Kagami Sahdia Kaster Tina Strack Isabel Strelow
Bauherr ROTHENBERGER ANSHIN GMBH Güldensöllerweg 77 61350 Bad Homburg vor der Höhe
Objektüberwachung Kleinundarchitekten GmbH Hamburgerallee 45 60486 Frankfurt am Main
Creative Direction Studio Kathi Kæppel
Projekt-Team Prof. Kathi Kaeppel, Creative Direction Adrian Stapf, Design Assistant
Künstler/Designer Catenia Quentin Christine Fiebig Christoph Feist Dennis Rudolph Frans Velthuizen Gudrun Haggenmüller Holmer Schleyerbach Kathi Kaeppel Levke Leiß Lore Folk Berlin Luc Merx Marie Parakenings Ontwerpduo Pia Zölzer Shigeki Yamamoto Stefhany Y. Lozano Studio Veronika Wildgruber Ulrike Steinke Jan Lotter
Markenstrategie, Corporate Design, Umsetzung von Digital- und Printmedien Novamondo GmbH Christinenstr. 21 10119 Berlin
Projekt-Team Sina Schwarz Julia Hanft Dominik Arenz Andreas Huthwelker Christian Schlimok
Weitere Fachplaner Bauphysik: Ingenieurbüro für Bauphysik von Rekowski und Partner Sommergasse 3 69469 Weinheim
Brandschutz: Wagner Gebäudetechnik GmbH Westhafenplatz 1 60327 Frankfurt am Main
Haustechnik: INOVIS Ingenieure GmbH Hanauer Landstr. 287 60314 Frankfurt am Main
Tragwerksplanung: Imagine Structure GmbH Diesterwegstr. 34 60594 Frankfurt am Main
Ausführende Firmen Rohbauarbeiten: Frankfurter Entwicklungs- und Bau GmbH Carl-Benz-Str. 21 60386 Frankfurt am Main
Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten / Zimmerarbeiten / Spenglerarbeiten: Wachter-Bedachungen Am Mittelkamm 7 96352 Wilhelmsthal
Metall- Fenster und Außentüren: Metallbau Heise GmbH Im Grund 2 55483 Dickenschied
Holz- Fenster und Außentüren: Schreinerei Hartmut Both Mollartshof 7 36142 Tann/Rhön
Holzinnentüren: Schreinerei Ertelt GmbH Friedberger Landstraße 8 63486 Bruchköbel
Schreiner Ausbau: Arthur Z. Flinschstraße 8 60388 Frankfurt am Main
Fassade / WDVS – Innenputz: Helmut Lindt Malerfachbetrieb GmbH Hedderichstraße 45 60594 Frankfurt am Main
Naturwerksteinarbeiten: DK Steintechnik GmbH Heigenbrücker Weg 29 60599 Frankfurt am Main
Zeichnungen:

Die Stadt ist nicht das Werk eines einzelnen; sie entwickelt sich in der gemeinsamen Arbeit unzähliger Menschen. Ebenso ist die Skulptur als Gemeinschaftswerk zu betrachten. Die Natursteinblöcke, aus denen sie gefertigt ist, kommen aus einem Steinbruch in Apulien, von wo aus jeweils drei Blöcke an 40 italienische Steinmetze geliefert wurden – jeder Steinmetz in einer anderen Stadt, über ganz Italien verteilt, von Norden bis Süden und von Osten bis Westen. Alle 40 Handwerker bearbeiteten die rohen Steinblöcke mit der gleichen Fräsmaschine und der gleichen Software. In Verona kamen die Blöcke aus dem ganzen Land wieder zusammen und wurden zur Skulptur zusammengefügt. Diese wird somit zum Bild des gemeinsamen Bauens, ein kollektives Werk wie die Stadt selbst. Nach Beendigung der Messe in Verona wird das Werk dauerhaft im Park „Baden Powell“ von San Severo aufgestellt, der Herkunftsregion des Steins – ein Architektur-Manifest für die Peripherie der Stadt.






