Elemente einer baukulturellen Allgemeinbildung

Elemente einer baukulturellen Allgemeinbildung
Hrsg.: Archijeunes – Baukulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche
Park Books, Zürich
1. Auflage, 2021

Gestaltung: Samuel Bänziger mit Rosario Florio und Larissa Kasper
Broschiert, 412 Seiten,
 185 farbige und 83 s/w Abbildungen
Format: 
16 x 22 cm
ISBN: 978-3-03860-226-2 

 

Baukultur im Sinne einer gebauten Umwelt umgibt uns, prägt uns, ist ein Spiegelbild unserer Zeit und unserer Gesellschaft, sie bewegt und ermöglicht Identität. Gerade die Schweiz steht dabei vor großen Herausforderungen: Der Schutz der Landschaft vor weiterer Zersiedelung, der Ausbau der Infrastruktur oder der sorgfältige Umgang mit dem Kulturerbe sind zentrale Aufgaben, die eine kompetente und differenzierte Betrachtung erfordern. Das Wissen um die Bedeutung der Baukultur muss also Teil der Allgemeinbildung werden und seine Vermittlung bereits in der Schule einsetzen.
 

Mit Elemente einer baukulturellen Allgemeinbildung präsentiert Archijeunes nun ein Buch, das zu einem Standardwerk der Wissensvermittlung zu diesem wichtigen Thema werden kann. Ein großer Kreis von in der Fachwelt höchst angesehenen Autorinnen und Autoren trägt diese Elemente aus verschiedenen Disziplinen wie beispielsweise Architektur, Denkmalpflege, Konstruktion, digitales Bauen, Gebäude und Technik, Energie und Umwelt, Landschaft, Raumplanung, Verkehr, Projektentwicklung und Städtebau zusammen. Andere Texte zu historischen und soziologischen Aspekten reflektieren, was einer weiter gefassten baukulturellen Allgemeinbildung implizit ist oder sein sollte.Die einzelnen Texte sind in einen Gesamtzusammenhang eingebettet und jeweils mit weiterführender Literatur ergänzt. So bietet das Buch eine breite Grundlage sowohl für die Orientierung im Schulunterricht als auch für Laien.Mit Beiträgen von Anne Brandl, Gabi Dolff-Bonekämper, Benjamin Dillenburger, Markus Koschenz, Vittorio Magnago Lampugnani, Martina Löw, Claudia Moll, Heiner Monheim, Ákos Moravánszky, Elli Mosayebi, Niklas Naehrig, Kristina Orehounig, Roland Reichenbach, Joseph Schwartz, Laurent Stalder und Martin Tschanz. Einführende Leads von Karin Salm, Vorwort von Thomas Schregenberger, Einleitung von Kathrin Siebert, Bildessays von Sebastian Stadler.Archijeunes ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Basel und wird vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA und vom Bund Schweizer Architekten BSA sowie privaten Gönnerinnen und Gönnern unterstützt. Er verfolgt das Ziel, die baukulturelle Bildung im schweizerischen Bildungscurriculum zu verankern und Akteurinnen und Akteure der Baukultur zu vernetzen.

 

Blick ins Buch...

 

DAM Jurybegründung
Das Buch „Elemente einer baukulturellen Allgemeinbildung“ verrät das Ansinnen des Schweizer Vereins Archijeune bereits im Titel. Seit Jahren engagieren sich die Mitglieder von Archijeune dafür, die baukulturelle Bildung als festen Bestandteil im Schweizer Bildungscurriculum zu verankern. Mit dem vorliegenden Band haben sie eine (weitere) Grundlage geschaffen, die sowohl für Lehrenden als auch Lernenden eine Einführung und Orientierung sein kann. Das rote Cover hält den Blick der Leser:innen fest und lenkt ihn geschickt auf das Wesentliche: den Titel, der gleichzeitig Programm ist. Welches Wissen braucht die mündige Bürgerschaft über die Baukultur?Direkt unter dem Titel findet man bereits die Schwerpunkte, welche im Buch aufgegriffen werden. Architekturgeschichte und –theorie, Soziologie, Raumplanung, Projektentwicklung, Digitales Bauen, Denkmalpflege, Städtebau oder das Thema Landschaft sind nur einige davon. Sie laden die Leser:in ein, sich auf die facettenreiche Welt der baukulturellen Bildung einzulassen. Wenngleich die Inhalte in ihrer Vielfalt und Komplexität anspruchsvoll sind, so dienen die Texte keinem Selbstzweck, sondern zeichnen sich durch Verständlichkeit aus. Die Kapitel beginnen mit einer Zusammenfassung, die durch Kernaussagen und Gedanken in Form von Schlagworten bereichert werden. Das ermöglicht der Leser:in einen schnellen Überblick und bereitet Lust, weiterzublättern. Es folgen thematische Erörterungen, die weder zu lang, noch zu kurz sind. Sie erfüllen ihre Funktion und eröffnen auch fachlichen Neuankömmlingen die Möglichkeit sich mit fundierten Positionen zu befassen. Die Struktur des Buches lässt zu, dass der/die Leser:in sich interessensgeleitet durch die Materie bewegen kann.Auch in der Gestaltung wurde das Bestreben, komplexe Inhalte verständlich und interessant zu vermitteln aufgegriffen. Durch die weitgehende Verwendung eines Schrifttyps entsteht ein beruhigtes Schriftbild. Die Punktgröße ist lesefreundlich überdurchschnittlich groß gewählt. Die Einschübe akzentuieren präsent und gleichzeitig dezent. Ein besonderer Satzspiegel schont das Buch und man kann einhändig lesen.

Rebekka Kremershof   

 

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