Das Haus der Architektin

Das Haus der Architektin
Roman von Mirko Beetschen
Zytglogge Verlag, Bern
1. Auflage, 2023
gebundene Ausgabe, 232 Seiten
Format: 21.4 x 13.9 cm
ISBN: 978-3-7296-5124-1

Der Roman hat das abgeschiedene Wohnhaus der Architektin Marie-Yolande Rabaut zur Handlung. Ein Zeitzeugnis der Architekturgeschichte wie es heißt, das jedoch samt seiner Erbauerin weitestgehend in Vergessenheit geraten ist und seither seiner Wiederentdeckung erwartungsvoll entgegensieht. Das gesamte Anwesen steht nicht weit vom Ufer auf einer Insel innerhalb einer Inselgruppe mitten auf dem Neuenburger See. Diese kann mit einem Boot angefahren werden. Insgesamt ist das jedoch ein eher ungewöhnlicher Ort für ein so großes Haus, da Inseln in den Seen der Schweiz im allgemeinen nicht bebaut werden. Erzähler und Hauptperson des Romans ist ein Architekturjournalist, der im Auftrag einer Berner Zeitung einen Artikel über Architektin und Wohnhaus veröffentlichen will. Hierzu stellt er als Verfasser und Reisejournalist umfangreiche Recherchen an und deckt Widersprüchlichkeiten auf, die in Zusammenhang mit der Person Marie-Yolande Rabaut und ihrer Bauweise stehen. Notizen und Bemerkungen die meist am Rande der Erzählung über den umtriebigen Tagesablauf eines Journalisten bei einer Zeitung berichten. Hinzu kommt die eigenwillige Form des y-förmigen Gebäudes, was eine Besichtigung der stilvollen Innenräume nicht erleichtert. Der Journalist begibt sich in Begleitung seiner zwei großen Hunde auf Exkursion durch das auf abenteuerliche Weise angelegte 'Les Espoirs', in dem mehr als nur einige Überraschungen auf ihn warten. Entstanden ist ein Architektenroman, der Umschau bietet über den Einfluss einer in Vergessenheit geratenen Baukultur.

 

Von der Herangehensweise im Spiegel zwischen Architektur und großem Zeitungsverlag erinnert das "Haus der Architektin" auch an das Sinnbild Ayn Rand und ihr legendär gewordner Roman "Fountainhead" aus dem Jahre 1943, zumal Rückblicke auf die Bauhausgeschichte der 1920er Jahre geworfen werden. Allerdings ist Mirko Beetschens Roman vielmehr Hommage an eine Architektin und deren Bauwerke, als dass sich Vermischungen zwischen Medienkonzern und Großunternehmer einerseits und den konträr widersprüchlichen Charakteren unterschiedlicher Architektentypen daraus ableiten ließen. "Das Haus der Architektin"  bleibt im beschaulich Merkwürdigen, was ihm die notwendigen Erlebnisse und Überraschungen im Romanverlauf schon sicher einbringt.  

 

Über Mirko Beetschen
Geb. in Interlaken, Studium Englische und Amerikanische Literatur, Medienwissenschaften, Englische Sprachwissenschaften sowie Germanistik in Bern, freischaffender Journalist, Mitinhaber der Agentur Bergdorf. 'Das Haus der Architektin' ist nach 'Bel Veder' (2018) sein zweiter Roman bei Zytglogge. Ebenfalls im Verlag erschienen ist der 'Bern – Insider Guide' (2019, gemeinsam mit Stéphane Houlmann).

 

Siehe auch:  Bel Veder – Annäherung an ein leerstehendes Hotel in den Bergen - Gothic Novel

Siehe auch:  Bern Insider Guide aus dem Zytglogge Verlag

Click me